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Wenn Sie mit einer Maßnahme der Strafverfolgungsbehörden konfrontiert werden, ist überlegtes Handeln angeraten,
um den damit ohnehin schon entstandenen Schaden für die eigene Person gering zu halten. Erste Hilfe

Mord, versuchter Mord

In § 211 des Strafgesetzbuches (StGB) sind der Mord und auch dessen Rechtsfolge definiert.

§211 StGB lautet:

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Bei keinen anderen Tatvorwürfen ist so hohe Präzision, so große Kompetenz, ein solches Maß an Beharrlichkeit, und vor allem ein gerüttelt Maß an kämpferischem Willen von dem als Strafverteiidger tätigen Rechtsanwalt gefordert wie bei der Verteidigung wegen des Vorwurfes des Mordes bzw. des versuchten Mordes.

Es geht bei diesem Tatvorwurf um alles oder nichts. Das Gesetz droht dem Mörder die lebenslange Freiheitsstrafe an, so dass von dem Ausgang des Verfahrens die Existenz des freien Menschen abhängt.

Kein anderes Delikt beschäftigt die Rechtsprechung und insbesondere den Bundesgerichtshof derart intensiv, was an der Ausgestaltung des Gesetzestatbestandes liegt, der großen Interpretationsspielraum für die Auslegung der sog. „Mordmerkmale“ zulässt. Diese Mordmerkmale (Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebes, Habgier,
niedrige Beweggründe, Heimtücke, Grausamkeit, Gemeingefährlichkeit, Ermöglichungs- oder Verdeckungsabsicht) machen ein Tötungsdelikt – das bei fehlen dieser Voraussetzungen als Totschlag (Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren) geahndet werden kann – erst zum Mord.

Das Bundesverfassungsgericht hat aufgrund dieser Absolutheit gefordert, die lebenslange Freiheitsstrafe solle lediglich auf die Tötungsfälle beschränkt sein, bei denen der Täter hinsichtlich Tatmotiv, Tatausführung oder Tatzweck besonders verwerflich gehandelt habe. Die einzelnen Mordmerkmale seien also restriktiv auszulegen, sodass im Vordergrund steht, die Bestrafung des Täters im Verhältnis zur Schwere der Tat sowie zum Schuldgehalt der Tat angemessen zu bestimmen.

Wesentliche Aufgabe des als Strafverteidiger Team der Strafrechtskanzlei Martin Barduhn Sonja Fleck Antje Welscher Besitz, Erwerb, Verbreitung, Sichverschaffen, kinderpornographischer Schriften, § 184 b StGB tätigen Rechtsanwaltes ist es bei der Verteidigung wegen des Vorwurfes des Mordes, alles zu tun, dass ein die Tat bestreitender Angeklagter nicht unschuldig verurteilt wird und damit existenzvernichtende Justizirrtümer des Staates zu vermeiden, oder aber Sorge dafür zu tragen, dass der geständige Angeklagte tatsächlich nur für das bestraft wird, was er getan hat; gerade hierbei ist sehr kritisch zu prüfen, ob überhaupt eines der Mordmerkmale vorliegt. Ist dies nicht der Fall, hat der Verteidiger alles daran zu setzen, dass der Angeklagte nicht wegen Mordes, sondern etwa nur wegen Totschlags zu einer zeitigen und keiner lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wird.

Martin Barduhn
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht