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Wenn Sie mit einer Maßnahme der Strafverfolgungsbehörden konfrontiert werden, ist überlegtes Handeln angeraten,
um den damit ohnehin schon entstandenen Schaden für die eigene Person gering zu halten. Erste Hilfe

Zeugenbeistand

I. Zeugenbeistand anerkannt

Mit der grundlegenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 1973 (BVerfGE 38, S. 105 ff.) ist das Recht des Zeugen anerkannt, sich vor und während seiner Vernehmung eines Anwaltes als Beistand zu bedienen und sich über die Tragweite und Ausformung der seinem Schutz vor Selbstbelastung dienenden Aussage- und Auskunftsverweigerungsrechte der Strafprozessordnung beraten zu lassen.

II. Gefahren für den Zeugen im Strafprozess

Zeugen ohne juristische Vorbildung sind sich über den Ablauf einer Hauptverhandlung in Strafsachen selten im Klaren. Für sie ist es nahezu unmöglich, Fragen der übrigen Verfahrensbeteiligten - die aus vielerlei Gründen ein Interesse daran haben können, den Zeugen entweder als unglaubwürdig oder gar selbst als den Täter darzustellen – auf ihre Zulässigkeit hin zu überprüfen bzw. auch Fragen des Gerichts, die sie wegen möglicher Selbstbelastung nicht zu beantworten brauchen, als unerlaubt oder gefährlich zu erkennen. Zwar unterliegt jeder Zeuge grundsätzlich einer Aussage- und Wahrheitspflicht, die unter Umständen mit Zwangsmitteln bis hin zur Freiheitsentziehung durchgesetzt werden kann („Beugehaft“), weshalb der Zeuge ihn Belastendes nicht bloß verschweigen darf, sondern es ausdrücklich ablehnen muss, ihn selbst belastende Fragen zu beantworten.

Allerdings ist ein Zeuge frei von Aussagezwang erst dann, wenn er sich selbstständig und sachgerecht über die Ausübung oder Nichtausübung seines Auskunftsverweigerungsrechts entscheiden kann.

III. Der Rechtsanwalt als Zeugenbeistand

Der im Strafrecht spezialisierte Anwalt als Zeugenbeistand verhindert, dass der zunächst als Zeuge Vernommene bzw. ein naher Angehöriger des Zeugen zum Beschuldigten wird, indem er den Zeugen an selbst belastenden und dessen nahen Angehörigen belastenden Antworten „hindert“.

Martin Barduhn
Rechtsanwalt